Entspannungsverfahren
Ein komplett stressfreies Leben gibt es nicht! Doch wer kennt den Zustand des Erschöpf-Seins nicht? Wenn wir das Gefühl haben, dass uns die Aufgaben des Alltags über den Kopf wachsen.
Schon Kinder im grundschulpflichtigen Alter erleben zunehmend negativen Stress - so genannten Distress – entweder am eigenen Körper oder an dem Verhalten Ihrer Eltern, Erzieher, Lehrer und Mitschüler. Hektik, Zeitdruck, Mobbing und Leistung bestimmt häufig den Alltag des Einzelnen. Auch eine extreme Reizarmut, einhergehend mit monotonem Arbeiten kann zu Frustrationen führen und Stress auslösen.
Neben dem Berufsstress zählen Infektionen, Vergiftungen, hohe und niedrige Temperaturen, Hunger, Schlafmangel, traumatische Erlebnisse, Schock, Überbelastungen, Ärger, Wut, Trauer etc. ebenfalls zu Stressoren.
Durch anhaltenden Stress bedingte Symptome sind in allen Altersgruppen sichtbar und können sich auf unterschiedliche Art und Weise äußern:
Hohlorgane
- Magenschmerzen, Gastritis, Magengeschwür
- Bauchschmerzen (Schädigungen der Darmschleimhaut), Reizdarm
- Colitis ulcerosa (=chronische Dickdarmentzündung)
- Diarrhoe (Durchfall)
Gefäße
- Hoher Blutdruck
- Herzneurose (plötzliche, eigentlich harmlose Herzsymptome, die in Ruhe entstehen und vor allem Angst und Beklemmung auslösen)
- Angina pectoris-Anfälle (Herzenge)
- Herzrhythmusstörungen
Atmungstrakt
- Asthmaanfälle
- chronisch rezidivierende (wiederkehrende)spastische Bronchitis
Urogenitaltrakt
- Nervös bedingte Inkontinenz (Harn, Stuhl)
- Impotenz, Frigidität
Haut
- Neurodermitis
- Herpesbläschen
- verstärktes Schwitzen
- flüchtige Ekzeme (besonders im Gesicht, die so genannten "hektischen" roten Flecken)
Immunsystem
- Grippale Infekte (Ansteckung bei niedriger Abwehrbereitschaft)
- Herpesinfektion (dieser Virus verweilt im Körper und vermehrt sich dann unkontrolliert, wenn die körperliche Abwehr infolge von psychischem Stress geschwächt ist. Als besonders auslösender Stressfaktor gilt hier starker Ärger!)
- Chronische Nebenhöhlenentzündungen
- Chronischer Schnupfen
Ohren
- Ohrgeräusche und andere Hörstörungen
Allgemeine Befindlichkeit
- Lebensunlust, Depressionen, Melancholie
- Gereiztheit
- Antriebsschwäche
Jeder Einzelne geht unterschiedlich mit Stress um, verarbeitet ihn auf seine Art und Weise, so dass es kein Patentrezept geben kann.
Entspannungsverfahren sind grundlegende Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge.
Volksschulen und Krankenkassenkurse (vor der radikalen Kürzung aller Programme zur Prophylaxe) verbreiteten verschiedene Entspannungsmethoden und sorgten für eine breite Akzeptanz bei der Bevölkerung.
Entspannungsverfahren sollten individuell auf den Einzelnen oder die Gruppe abgestimmt sein.
Die Einteilung in altersspezifische Gruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren) ist erfahrungsgemäß sinnvoll, da in der Regel ähnliche Tagesrhythmen vorliegen.
Entspannungspädagogische Einheiten in Kindergärten, Schulen, Freizeiteinrichtungen sind einzeln oder in Kombination mit Gesundheits- und Ernährungsspielen möglich.
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